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Wo man singt, lass' dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder! Vorneweg sei gesagt, dass man zwischen den
Liedern, die traditionell nur von den Landsknechten gesungen werden
und die Rutenliedern unterscheiden muss. Die drei "Traditionellen"
lernt man zusammen mit dem Heimatlied als allererstes und sind fast
jedem Rutengänger bekannt. Neben den unten aufgelisteten Lieder
wird beim Zusammensitzen nach den Proben aber noch so manch anderes
Lied gesungen.
! Bitte
beachten Sie auch die Hinweise in der rechten Informationsspalte
zu den Texten und deren Inhalt!
Die drei traditionellen Lieder der Landsknechte
| Erstes Lied |
Vom Barette schwankt die Feder,
wiegt und biegt im Winde sich.
Unser Wams aus Büffelleder
ist zerfetzt von Hieb und Stich.
Stich und Hieb, und ein Lieb,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.
Unsre Linke auf dem Schwerte,
in der Rechten einen Spieß,
kämpfen wir, soweit die Erde,
bald für das und bald für dies.
Dies und das, Suff und Fraß,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.
Ruhm und Beute zu gewinnen,
zieh'n wir mutig in die Schlacht.
Einmal müssen wir von hinnen,
lustig drum bei Tag und Nacht,
Nacht und Tag, was er mag,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.
Landsknechtsleben, lustig Leben,
in der Schenke Tag und Nacht.
Sitzt ein fader Kerl daneben,
der nicht singt und der nicht lacht:
Schmeißt ihn raus, reines Haus
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.
Wenn wir dereinst liegenbleiben,
in der blutdurchtränkten Schlacht,
sollt ihr uns ein Kreuzlein schreiben
auf den tiefen dunklen Schacht.
Mit Trommeln viel und Pfeifenspiel
sollt ihr, ja sollt ihr uns begraben.
Text: H. v. Reder (1824-1909)
Melodie: Heinz Thun (*1914) |
| Trommelstimme |
| Vorlock |
| 3' RLWR' RLWR' 33' RLWR RLWR RLWR' DR DR DR |
| 1. Lock |
|: D' WR' D' WRDWR' WWWWR3RD :|
|: D' D' WWWWR' D' WWWWR' D' 33' D' D' WWWWR
1. DR DR DR :|
2. Fine. |
| Pfeiferstimme |
AADD FEDEFD DFEDCD EEE
BBEE GFEFGE EEFED CBA
|: DD FEDC BB EFGE FF FGHF
1. GIHG FABC :|
2. GIHC D |
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| Zweites Lied |
Die Glocken stürmen vom Bernwardsturm,
der Regen durchrauschte die Straßen.
Und durch den Regen und durch den Sturm
erschallte des Urhorns Blasen.
Das Büffelhorn, das so lange geruht,
Veit Stoßberg nahm's aus der Lade.
Das alte Horn, das schrie nach Blut
und wimmerte: Gott gnade!
Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft,
der Bauer stand auf im Lande.
Und tausendjährige Bauernkraft
macht Schild und Schärpe zuschande.
Die Klingsburg hoch am Berge lag,
sie zogen hinauf in Waffen.
Auframmte der Schmied mit einem Schlag
das Tor, das er fronend erschaffen.
Dem Ritter fuhr ein Schlag ins Gesicht
und ein Spaten zwischen die Rippen.
Er brachte das Schwert aus der Scheide nicht
und nicht den Fluch von den Lippen.
Aufrauschte die Flamme mit aller Kraft,
brach Balken und Bogen und Bande.
Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft,
der Bauer stand auf im Lande.
Text: Börries Freiherr von Münchhausen (1874-1945)
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| Trommelstimme |
| Vorlock |
| 3' RLWR' RLWR' 33' RLWR RLWR RLWR' DR DR DR |
| 1. Lock |
33' D' WRDD3DWR DD3DD3DWWR
|: DDD3 DD3D WWR' DD3DWRDWWR :| |
| Pfeiferstimme |
A DA FED EA DC BED CFE DD
|: FG HH HGF GG GG FEF EA DD :| |
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| Drittes Lied |
| Ich habe Lust, im weiten Feld
zu streiten mit dem Feind.
Wohl als ein tapfrer Kriegesheld,
der's treu und ehrlich meint.
Wohlan, die Fahne hebt!
Wohl dem, der zu ihr steht!
Die Trommeln klingen weit und breit:
Wohlauf, wohlauf zum Streit!
Text: Fliegendes Blatt, 1740 |
| Trommelstimme |
| Vorlock |
| 3' RLWR' RLWR' 33' RLWR RLWR RLWR' DR DR DR |
| 1. Lock |
|: D' WRDD' D' WRDD' D' WWWWR :|
D' WRDD' D' WWR' D' WWWWR
D' WRDD' D' WRDD' D' WWWWR |
| Pfeiferstimme |
|: A DC DE FG HI HGF EE D :|
D GF GH I H GF ED H
A DC DE FG HI HGF EE D |
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Ravensburg- und Rutenfestlieder
| Heimatlied |
1. Mein Ravensburg im Schwabenland,
Wie liegst du schön am Schussenstrand,
Des Obstbaums Blüt', der Rebe Blatt
Umrahmen dich, du schöne Stadt.
Es lacht vor dir ein freundlich Tal,
Sei mir gegrüßt viel tausendmal,
viel tausendmal!
2. Die Alpenriesen schau'n herein,
Zu dir mit hellem Silberschein,
Seh'n sich an dir doch niemals satt,
Du wunderschöne Schwabenstadt.
Du Perle in dem Schussental,
Sei mir gegrüßt viel tausendmal,
viel tausendmal!
3. Weithin reicht deiner Türme Gruß,
Voll Anmut an der Veitsburg Fuß.
Ruhst du voll Glanz in Maienpracht,
Mit Sehnsucht hab' ich dein gedacht.
In weiter Welt viel tausendmal,
Mein Ravensburg im Schussental,
im Schussental!
4. Erfasset mich des Todes Hand
Einst fern von dir im fremden Land,
So wünsche ich nur dies allein:
O, laß mich doch begraben sein
- Drum bitt' ich heut schon tausendmal -
Zu Ravensburg im Schussental,
im Schussental!
Text: W. Mayer, vor 1924
Melodie: G. Heim, 1952
Vor 1952 wurde das Lied auf eine Melodie von Karl Friedrich
Zelter gesungen. |
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| Rutenfestlied /
Wonnelied |
1. Willkommen
uns, Du Tag der Freude!
Froh kehrst Du wieder uns zurück.
Ringsum Dich prangt im Feierkleide,
Die Jugend und ihr heitrer Blick.
Grüßt jauchzend Deinen Segensstrahl,
Ihr Wonnelied füllt Berg und Tal.
2. Und fröhlich stimmt in ihre Wonne,
Der Eltern frohes Herz auch ein.
Ja, jedem lächelt Deine Sonne
Und lehrt ihn, Deiner sich zu freu'n!
Was Gottes Segenshand Dir gab,
Streust segnend Du auf uns herab.
3. Und welche Weihe ist's von allen,
Die heute jedes Herz entzückt -
Welch heit'res Los ist uns gefallen,
Was ist's, das uns so hoch beglückt?
Des Wohlfeins ungetrübte Lust
Strömt balsamreich in unsre Brust!
4. Die Fülle der gesundheit malet
Auf jedes Antlitz Heiterkeit,
Und aus der Jugend Blicken strahlet
Die fröhlichste Zufriedenheit;
Fern liegen von ihr Gram und Schmerz,
Nur Wohlgefühl durchglüht ihr Herz!
5. So war's nicht in der Vorwelt Tagen,
Als eines finstren Dämons Wut
Ergrimmt die härtesten der Plagen,
Der Seuche gift'ger Fieber-Glut
In jugendlicher Unschuld Schoß
Dem Grab sie weihend - niedergoß!
6. Doch immer sollt des Todes Hippe
Der zarten Jugend Keim nicht mäh'n,
Und jauchzend durste jede Lippe
Voll heißen Danks den Herrn erhöh'n.
Als er mit starker Segenshand
Dem Tode seine Macht entwand!
7. Auf! "Laßt die Kleinen zu mir kommen!"
Erscholl's aus seinem Heiligtum,
Da sammelten sich alle Frommen
Und opferten ihm Preis und Ruhm.
Mit Friedenspalmen in der Hand
Durchzogen jubelnd sie das Land!
8. Und jetzt noch preisen uns're Lieder
Ihn, dessen großer Allmachts-Ruf
Einst von des Himmels Zinnen nieder
Ertönend, neues Leben schuf!
Noch feiern froh wir jedes Jahr
Den Tag, der neues Heil gebar!
9. Ja, aus der Fülle froher Herzen
Steig' unser Dank zu Gott empor;
befreit sind wir von Qual und Schmerzen,
Drum lod're in der Engel Chor
Mit tiefgefühltem, heißen Drang
Zu Gott auch dieser Lobgesang!
10. Auch heute seh'n wir seinen Segen
In reicher Fülle ausgestreut:
Drum sei auf allen unsern Wegen
Ihm unser wärmster Dank geweiht.
Von wem stammt diese Segenskraft,
Ist's nicht sein Arm, der alles schafft?
11. Doch, laßt nicht froh uns nur genießen,
Was Gottes milde Hand uns beut;
Laßt uns're Saaten auch ersprießen -
Der Tugend Saaten -, dies erfreut
Den Geber alles Guten mehr
Als leerer Worte zahllos Heer!
12. Ja, schwört aufs Neue zu der Tugend,
Schwört heilig ihr mit Herz und Mund -
Das Alter knüpfe wie die Jugend
Stets fester ihren Segens-Bund,
Dann kehrt mit immer höh'rem Glück
Die Wonne dieses Tags zurück.
J. G. Eben, 1826 |
Hinweis:
In heutiger Zeit werden am Rutenfest die Strophen 1,
2 und 12 gesungen.
Die Strophen 5ff. beziehen sich auf eine früher
verbreitete Deutung des Ursprungs des Rutenfestes: » Daß
das Fest einen religiösen Untergrund hatte, daß
es eine stete Erinnerung an Pest, Hunger und Krieg sein
sollte und wohl auch den Dank des Volkes für überstandene
Ernte zum Ausdruck brachte, geht aus den alten Rutenliedern
hervor [...] «
(Vorwort
zum Liederbuch
"Rutenbüchlein", Ravensburg ca. 1920). |
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| Schützenlied |
1. Es leben alle Schützen
hoch
Im deutschen Vaterland!
Von biedern Schützen stammen wir,
Und säh' uns Vater Teut allhier:
Er reicht' uns froh die Hand!
2. Wißt Ihr, wer Deutschlands Retter war?
Ein Schütz, der Held Armin!
Er schlug bei hellem Morgenrot
Der Römer Legionen tot,
Und wir sind frei durch ihn!
3. Zwei ganze tausend Jahre frei
Und deutsch wie vor durch ihn.
Teuts Sprache sprechen alle noch,
Drum, wer sie redet, spreche: "Hoch!
Hoch leb' der Schütz Armin!"
4. Doch mehr als Ruhm und Vaterland
Ist uns die Menschheit noch!
Den edlen Frieden geb' ihr Gott!
Wer sich erbarmet fremder Not,
Wer Mensch ist, lebe hoch!
David Friedrich Gräter, ca. 1780 |
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